Licht und Schatten - Polizeiliche Kriminalstatisstik 2015 - Schwerpunkt Wohnungseinbruch

Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 birgt Licht und Schatten.

Wir wollen deshalb für den Bereich Wohnungseinbruch hier genauer beleuchten, in welchen Bereichen es positive und negative Entwicklungen gibt.

 

Polizeipräsidium Ulm: +26 % zum Vorjahr

Im Bereich des Polizeipräsidium Ulm gab es einen deutlichen Anstieg um 26 % (+ 83 Einbrüche) in 2015.

Dies ist im Vergleich zum Jahr 2011 ein Anstieg um 86,85 %!

Wichtig zu wissen: Hier werden keine Gewerbeeinbrüche mitgezählt!

 

 

Hierbei gibt es jedoch deutliche Unterschiede in den verschiedenen Kreisen:

Alb-Donau-Kreis + 149,5% (+ 247 Fälle)

Biberach + 38% (+ 137 Fälle)

Ulm + 88% (+ 227 Fälle)

Göppingen - 81% ( 197 Fälle Gesamt)

Heidenheim - 10 % ( 87 Fälle Gesamt)

 

Die Aufklärungsquote liegt immer noch auf einem niedrigen Niveau: rund 12%.

 

Erfreulich ist die Tendenz in Göppingen und Heidenheim, sollte sich dieser Trend fortsetzen.

Natürlich ist jeder Fall ein Fall zu viel. Erschreckend ist die Entwicklung in den übrigen Kreisen.

Sicherlich spielt hier auch die Nähe zu den Autobahnen A8 und A7 eine Rolle.

Gemessen an der Gesamtentwicklung in Deutschland (+ 9,9 %) und Baden Württemberg (-9,1)

sind die Fallzahlen für den Gesamtbereich des Polizeipräsidium Ulm alarmierend.

Aufgrund der Fallzahlen der einzelnen Landkreise lässt sich also eher eine Schwerpunktverschiebung aus den nördlichen in die südlichen Landkreise beobachten.

Der bei der Vorstellung der PKS noch im Amt weilende Baden-Württembergische Innenminister

Reinhold Gall sagte zur Entwicklung der Zahlen in BW: "Auch wenn das immer nur Momentaufnahmen sind, kann man schon von einer Trendwende sprechen". Nach Jahren des Anstiegs von einer Trendwende zu sprechen scheint schon sehr optimistisch. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nahm zu der Veröffentlichung ebenfalls in einer am 01.04.16 erschienen Pressemitteilung Stellung und meinte dazu: "Eine hohe Aufklärungsquote und rückläufige Zahlen im Bereich der Wohnungseinbrüche als Trendumkehr zu bezeichnen, ist allerdings schon sehr mutig, beachtet man die bundesweite Entwicklung in diesem Bereich".

 

Dennoch, positiv ist nach wie vor die Zahl der im Versuch stecken gebliebenen Einbruchsversuche. Diese liegt bundesweit bei rund 40%. Dies liegt nicht zuletzt an verbesserten Schutzmaßnahmen der Bevölkerung durch technische Einbruchsschutzmaßnahmen.

 

Fazit: Solange es keine politischen oder exekutiven Maßnahmen zu einer deutlichen Verringerung der Wohnungseinbruchszahlen kommt, bleibt dem Bürger nur die Möglichkeit sich selbst zu schützen. Hierbei stehen eine Reihe von verschiedenen Sicherungsmaßnahmen bereit. Die Möglichkeit spezielle Fördermittel in Anspruch zu nehmen soll hier als Unterstützung dienen.

 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) legte im Mai den

"Einbruch-Report-2016" vor.

(Download http://www.gdv.de/wp-content/uploads/2016/05/Einbruch-Report_2016.pdf/)

Dieser liefert auch aus Sicht der Schadensversicherer interessante Einblicke.

So kostet ein durchschnittlicher Einbruch 3250 Euro. Eine entsprechend gute Hausratversicherung kann helfen zumindest den materiellen Schaden einzugrenzen. Schwerpunkt im 2016er Bericht bildet auch eine Studie zu Herkunft, Alter und sozialem Status der Täter. Im 2015er Bericht wurde ein weiterer, interessanter Bereich beleuchtet: Die Mehrheit der Einbrüche (57,9 %) werden zwischen 10 und 18 Uhr begangen. Nur 14,5 % finden zwischen 22 und 6 Uhr statt.

Weniger erstaunlich ist dabei der monatliche Schwerpunkt im Kalenderjahr: zischen November und Januar werden die überwiegende Anzahl aller Einbrüche verzeichnet.

Erschreckend ist die Anzahl der Anwesenheitseinbrüche: In jedem 5.Fall (20,1%) waren die Bewohner anwesend. Dieser Trend ist seit Jahren stetig steigend. Anwesenheit alleine schützt also nicht automatisch vor Einbrüchen.

 

 

All diese Zahlen zeigen dass auch in Zukunft der persönliche Schutz vor Wohnungseinbrüchen im Vordergrund stehen sollte. Bereits mit wenig Aufwand und effektiven Maßnahmen lassen sich Einbrüche deutlich erschweren bzw. verhindern.

 

Links & Quellen

Pressemitteilung des Innenministerium BW 

https://im.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/polizeiliche-kriminalstatistik-2014-innenminister-reinhold-gall-kriminalitaetsbelastung-in-bad/

Stellungnahme der GdP zur PM des Innenministerium BW

https://www.gdp.de/gdp/gdpbw.nsf/id/05CFBB0BD52DA2C7C1257F8B0021DD84

Polizeiliche Kriminalstatistik 2015

http://www.bka.de/nn_205932/DE/DasBKA/Aufgaben/Zentralstellen/PKS/pks__node.html?__nnn=true

Pressemitteilung Polizeipräsidium Ulm zur PKS 2015

https://www.polizei-bw.de/Dienststellen/PPUlm/Documents/150306%20Pressemitteilung%20PKS%202014.pdf

Südwestpresse Artikel "Weniger Einbrüche im Kreis v. 06.04.16"

http://www.swp.de/goeppingen/lokales/landkreis_gp/Weniger-Einbrueche-im-Kreis;art1211069,3770466

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